Die Bläser-Band
Besteht seit 1985 und hat sich zur Aufgabe gemacht, Bläsermusik auf historischen Instrumenten darzubieten.
Der Bogen des aufgeführten Repertoires spannt sich von der Musik mittelalterlicher Spielleute bis zu Kompositionen , die die bürgerlichen Stadtpfeifer des 16. Jahrhunderts zu Gehör brachten und reicht bis zu den späten Erscheinungen der Stadtpfeifereien im 18. Jahrhundert.
Als Instrumente werden gebraucht:
- Dudelsack, Schalmei, Trommeln für die Musik der Spielleute,
- Schalmei, Pommer, Zugtrompete als Alta-Besetzung des 15. Jahrhunderts,
- Zink, Pommer, Posaune, Dulzian als charakteristische Instrumente der Stadtpfeifer um 1600,
- sowie Zinken und Posaunen für das deutsche Repertoire des späten 17. und 18. Jahrhunderts.
Spielleute waren im Mittelalter Unterhaltungskünstler, die auf einem niedrigen gesellschaftlichen Niveau und ohne jegliche bürgerlichen Rechte ihre Kunst an Fürstenhöfen, in Städten und Dörfern ausübten. Aus den frühesten Dokumenten ihres Repertoires aus dem 13. und 14. Jahrhundert haben wir jedoch eine Vorstellung von dem hohen Niveau, das ihre Kunst haben konnte.
Neben fahrenden Musikanten gab es auch Musiker mit fester Anstellung vor allem an Fürstenhöfen. Deren Repertoire ist dem Stand ihrer Dienstherren gemäß seit dem 14. Jahrhundert dokumentiert. Im Mittelalter war ein Unterscheidung von "Bassa" und "Alta" Capella- leise vs. laut gebräuchlich. Das erste feststehende laute Ensemble war eine Besetzung von Dudelsack und Schalmei, während die Besetzung von Schalmei, Altpommer und Zugtrompete im 15. Jahrhundert als burgundische "Alta Capella" die Standardbesetzung für Tanzmusik wurde.
In dieser Zeit entwickelte sich neben der höfischen Kultur ein reiches bürgerliches Leben in den Städten. Mit dem zunehmenden Reichtum wuchs auch ein Bedürfnis nach Schutz. Türmer auf den Befestigungsanlagen der Städte mussten Horn als Signalinstrument spielen. Über diese neu geschaffenen Position konnten bis dahin fahrende Musiker sesshaft werden und allmählich eine Position im städtischen Leben erlangen. Mit dem bürgerlichen Stand des Stadtpfeifers, mit Zunftgesetzgebung und einer Gleichstellung mit Tischlern, Drechslern, Malern war diese Integration im 16. Jahrhundert abgeschlossen. Die Stadtpfeifereien hatten im 17. Jahrhundert eine eher konservative Ausrichtung und widersetzten sich häufig musikalischen Neuerungen, dennoch ist von Vertretern dieses Standes aus dem 18. Jahrhundert mit J. Quantz oder G. Reiche ein außerordentliches Niveau der Kunstfertigkeit verbrieft.
Bisherige Programme (u.a.):
- Estampie- Geschenk des Orients
- Carmina Burana (Balettproduktion Stadttheater Aachen)
- Stadspijpers in de Lage Landen
- Urbs aquensis (Aachen, Liège, Maastricht)
- Musik der Grazer Hofkapelle ( Ms. Regensburg A.R. 775-777)
- Albrecht Dürer- Arnt von Aich
- Recueil de plusieurs vieux airs (collection Philidor)
- Die Instrumente der Stadtpfeifer als Orgelregister
- Deutsche Stadtpfeifer (Vierdanck, Pezel, Reiche)
- (Spaarens vreugde bron) Stadtpfeifer in Haarlem
Besetzung (Änderungen vorbehalten)
| Fritz Heller | Zink, Pommer, Dudelsack |
| Renate Hildebrand | Schalmei, Pommer, Dulzian |
| Detlef Reimers | Posaune |
| Peter Stelzl | Posaune |
| Cas Gevers | Zugtrompete, Posaune |
| Mechthild Alpers | Pommer, Dulzian |
| Ursula Bruckdorfer | Pommer, Dulzian |