Die Renaissance-Band
besteht aus einem Kern Musikern, der je nach Programmanforderungen erweitert werden kann:
| Saskia van der Wel | Sopran, Bassgeige |
| Jonathan Talbott | Renaisssance- Geigen, Fidel |
| Fritz Heller | Zink, Dulzian, Pommer, Dudelsack |
| Cas Gevers | Posaune, Zugtrompete |
| Vincent van Laar | Orgelpositiv,Cembalo |
Besonderheit des Klangideals des Ensembles ist die Verwendung von Renaissance-Violinen, den aufstrebenden Instrumenten der Musikanten und professionellen Kunstmusiker des
16. Jahrhunderts in Kombination mit den ebenso aufstrebendenden Blasinstrumenten des
16. Jahrhunderts, Zink, Dulzian, Posaune.
Ein solches Ensemble sehen wir in der Münchener Hofkaplle unter Orlando di Lasso,1570 durch Hans Mielich abgebildet .
Dieser Klangkörper macht es möglich, die neuen Aufgabenstellungen für Musiker der Renaissance zu bewältigen. Die Entdeckung des Menschen im Humanismus fordert auch vom Sänger und Instrumentalisten eine erkennbare persönliche Leistung. Dies ist mit den Ausdrucksmitteln der "modernen" Instrumente, Violine, Zink, Dulzian und ihren klanglichen und dynmischen Möglichkeiten und ihrer Fähigkeit, die menschliche Stimme zu imitieren und im Ensemble zu ersetzen , vortrefflich zu realisieren. Ergänzt wird dieser Klangkörper je nach Repertoireanforderungen durch weitere Sänger, Bläser, Harfe, Orgel, Spinett, Laute.
Das Repertoire des Ensembles konzentriert sich auf die Musik des 16. Jahrhunderts, wobei Ausblicke auf die Herkunft dieser Musik aus dem Mittelalter und deren Folgeentwicklung im frühen Barock immer möglich sind.
Sowohl die großen Komponistennnamen wie Josquin Desprez, Heinrich Isaac, Ludwig Senfl als auch die weniger bekannten, wie Johan Stokem, Lambertus de Monte oder Adamus de Ponta finden in den Programmen des Ensembles ihre Berücksichtigung.
Es werden die wesentlichen Genres der Musikausübung dargestellt: Motetten, Madrigale, Instrumentalfantasien, Tanzmusik.
Die Programme haben immer einen Leitfaden wie z.B.:
- Die italienische Reise , (der Weg der niederländischen Polyphonie nach Italien und ihr Rückweg in den Norden) ( Josquin des Prés, Henricus Isaac, Andrea Gabrieli, Giaches de Wert, Paul Hofhaimer et al.)
- Luthermesse : Messe nach der Ordnung Gottesdiensts von 1526 von Martin Luther mit Werken von Johann Walter, Balthasar Resinarius, Martin Agricola u.a.
- Musik der Stadtpfeifer- und Ratsgeiger in Deutschland und Holland ( Samuel Scheidt, Paul Luetkemann, Gebr. Hess, Cornelis Th. Padbrue, Cornelis Schyut).
- Der Wein in den Liederbüchern der Renaissance: (Carmina Burana, Forster, Glogauer, Heer)
- Grenzen und Begegnung: Aachen Lüttich, Maastricht im 16. Jahrhundert mit Werken von Johannes Mangon, Ludovicus Episcopius, Hubert Naich.
- Passionsmusik der Renaissance (Ludwig Senfl, Cipriano da Rore, Orlando di Lasso)
- Zusamenarbeit mit Literaturwissenschaftlern, Kunsthistorikern und Historikern wie in "Aachen-Venedig und zurück" oder Begehren und Aufbegehren ( zur Rolle der Frau in Mittelalter und Renaissance).
Da die Renaissance eine ungemein produktive Periode am Beginn unserer Neuzeit war und viele menschliche Themen, die uns heute noch unvermindert beschäftigen ( z.B. nationale vs. europäische Identität, Selbstverwirklichung und soziale Integration, Expansion und ethisch verantwortete Begrenzung) schon aufgegriffen hat und sie uns einen unermesslichen Reichtum an Kunstschätzen hinterlassen hat, sind Aufträge für neue Projekte immer willkommen.